Austria pro Moldavia-Austria pentru Moldova
Asociata Roman-Chisinau - Grup de ajutor
pentru Roman-Chisinau
Dr.
med. Helmut Euler-Rolle /
A-1180
Wien, Geyergasse 2A, Tel: 01-4931306 / FAX: 01-49313064
Email
an Dr. Euler-Rolle Offizieller
Hilfsverein: 780/VVM9
Bericht
über die 43. Hilfsfahrt nach Rumänien und die
20. Hilfsfahrt in die kommunistische Republik Moldova vom 28.4. bis
6.5.2007
"Wohin fahrn's denn auf Urlaub?" Nach Chisinau! "Ist das in Niederösterreich?"
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Andere Patienten wieder: "Fahrn's wieder zu den Wüden da obe?" oder "Sie sind schon wieder auf Urlaub, jedes 2. Monat!" . Angesichts der ungeheuren Vorbereitungsarbeit für diese Fahrt meinte die Frau meines langjährigen Mitstreiters Franz Rath: "Ihr seid nicht zu retten...."
Sehr
viele Menschen haben mir wieder sehr viel geholfen:
Herr Dr. Jung von der OMV hat mir liebenswürdigerweise Benzingutscheine geschenkt. Michaela und Hannes Froech haben bei Unisys 650 € für das sehr arme Dorf Horlesti gesammelt, Fam. Slechta für "Not aller Art" 500 €.
Die treuen und fleißigen Frauen Bader, Köhler und
Zaloudek haben wieder in stundenlanger Arbeit für Kinder
Pullover, Jacken und Westen in wunderschöner
Ausführung gestrickt. Wie immer nützen all die Waren, Medikamente, Kleider, Spielsachen, Hilfsartikel usw. nichts, wenn man nicht die geeigneten Transportmittel zur Verfügung hat. So haben mir liebenswürdigerweise Herr Dir. Punzengruber von der Fa. Citroën einen einmaligen Jumper und Herr Flaschberger von den Wr. Lokalbahnen einen geräumigen Sprinter zur Verfügung gestellt. Ein herzliches Danke. Rumänien in der EU!
Viele,
viele Arbeitsstunden hat wieder mein Freund Franz Rath für die
Vorbereitung getroffen. Er holte ab, sichtete, packte, beschriftete,
stapelte, sortierte, schleppte und organisierte hunderte verschiedene
Gegenstände und Waren. Sehr herzlichen Dank.
RUMÄNIEN Dieses Land ist dreimal so groß wie Österreich und hat auch dreimal so viele Einwohner. Von diesen sind 90% Rumänen, 6.6% Ungarn, 2.5% Roma, der Rest: Deutsche, Ukrainer und Russen. Fast 90% gehören der rum.-orthodoxen Kirche an, 4.7% sind Katholiken, 3.2% bei der Reformierten Kirche. Die rumänische Wirtschaft wächst derzeit auf hohem Niveau, und dieses Wachstum wird sicherlich noch sechs bis sieben Jahre anhalten. Der gesetzliche Mindestlohn liegt derzeit noch unter 100 Euro monatlich. In vielen Branchen, insbesondere im Bausektor, fehlen jetzt schon Arbeitskräfte und die Regierung in Bukarest macht sich Gedanken darüber, wie sie einen Teil der rund 2 Millionen Gastarbeiter aus dem Ausland zurückholen könnte. Viele Siebenbürger Sachsen, die in der KP Ära nach Deutschland ausgewandert sind, kehren jetzt schon zurück. In BAIA MARE, unserem ersten Stützpunkt, betreuen wir das Franz von Assisi Zentrum. In dieser Stadt, die auf eine 700 jährige Geschichte als Bergbauzentrum zurück blickt, betreut Sr. Bernadette täglich 50 bis 70 Kinder vom Waschen über Schulaufgaben, von der Kleiderreinigung, der Verpflegung bis zur Freizeitgestaltung. Auf Ihren Wunsch hin haben wir 55 Packungen Läuseshampoos und einige Kartons Kinderkleider mitgebracht, für Waschmittel und andere Ausgaben noch 160 Euro bei ihr gelassen.
Am nächsten Tag ging die Fahrt weiter bei Regen. In einer der vielen Kurven der Gutai Berge ussten wir einen Reifenpatschen beheben, auf einem Wiesenstück neben der Strasse saß ein Schafhirte, der sich mit einer Plastikplane vor dem Regen schützte. Viel Schnee gab es noch am Weg zum 1416m hohen Prislop Pass. Vorbei an blühenden Kirschenbäumen, entlang von vielen unberührten Bächen und Flüssen, von saftigen Weiden und lieblichen Dörfern kamen wir abends "nach Hause" , zu unseren Steyler Missionsschwestern nach ROMAN. Hier versorgen wir seit 15 Jahren die Insassen der Altersheime mit Wolle, Strickzeug, Verbandstoffen und Süßigkeiten. Vier Studenten wurden mit 700 Euro wieder für 6 Monate unterstützt. Bei der örtlichen Caritas haben wir unzählige Kartons mit Medikamenten, Spielsachen, Kleidern, Verbandstoffen, Decken, Brillen, Wolle, Einlagen, Windeln, usw. abgeladen. Am Nachmittag ging es zum 33. Mal in das sehr arme Dorf HORLESTI: Fast abgeschnitten von der Umwelt leben hier in Lehmhäusern 400 Familien. Nur unwegsame Erdstrassen mit tiefen Rillen gibt es hier, am Rand kleine Bäche und Teiche mit unzähligen Enten und Küken. Früher
hatten die Menschen hier nur Petroleum- und Kerzenlicht in Ihren
armseligen Hütten. Dank der großartigen
Unterstützung der Mitarbeiter der Firma Unisys und anderer
Spender konnten wir im Laufe der Jahre in jedem Haus elektrisches Licht
installieren lassen.
Von den drei zentralen Dorfbrunnen müssen die Menschen in Kübeln das verseuchte Brunnenwasser in ihre Häuser tragen. Um dieses Problem zu verbessern, hatten wir zunächst einmal 420 Euro für Klärapparate beim Pfarrer gelassen. Auch hier hinterließen wir Nähmaschinen, Strickwaren, Stoffe, Kleider, Essenspakete und Verbandstoffe.Abends ging die Fahrt weiter durch die zweitgrößte Stadt Rumäniens Jasi, auf 7 Hügeln gebaut, im 14. Jahrhundert die moldauische Hauptstadt, - nach RADUCANENI, 15 km vom Grenzfluss Pruth entfernt. In diesem Dorf betreut Sr. Patricia aus Oberösterreich Jung und Alt. Nachhilfeunterricht für Kinder, Informationstage für Jugendliche, Ehekurse und Alkoholberatungen werden angeboten. Sie selber meint, dass viele der Frauen aus dem Dorf durch Arbeit im Ausland versuchen, den Lebensstandard ihrer Familien zu verbessern. Das alles zum Leidwesen vor allem der Kinder, deren Leistungen in der Schule nachlassen, die psychosomatische Störungen bekommen und deren steigende Selbstmordrate auf diesen Trend zurückzuführen ist.
Auch hierher hatten wir Medikamente, Kleider, Verband, Einmalspritzen und die so sehr gewünschte Kinderschaukel gebracht. Ein Anliegen von Sr. Patricia wäre es, einem 2-jährigen Mädchen, das an einer schweren Hormonstörung leidet, mit Medikamenten zu helfen. Bis zum Eintritt der Pubertät müsste sie monatlich eine Injektion à 181 Euro bekommen. Die Familie stammt aus dem Dorf Ciortesti, besteht aus 5 Mitgliedern, nur die Großmutter des Kindes arbeitet als Bedienerin in einer Schule, alle anderen haben keine Arbeit und so müssen 5 Menschen von sage und schreibe 62.- Euro pro Monat leben.......Dank der spontanen Bereitschaft von Herrn Egger und Herrn Kreuzer samt Geschwistern ist die Therapie für das Mädchen momentan für 11 Monate gesichert. Am 5. Tag unserer Hilfsfahrt ging es auf kleinen Landstraßen mit vielen Obstbäumen zum Grenzübergang Albita. Auf der moldavischen Seite mussten die Einfuhrzollpapiere besorgt, die Stationen der Ökologie, des Transportes, des Gesundheitswesens und der Veterinärmedizin passiert, sowie Straßensteuer und Zollgebühren bezahlt werden. Nachdem wir fast die einzigen Passanten waren, hob sich für uns diesmal schon nach zwei Stunden der schwere Grenzbalken und die Jubiläumsfahrt – der 20. Hilfstransport – in das ärmste Land Europas, der Republik MOLDOVA, hatte begonnen. Dieses Land verlor in den vergangenen Jahren Schätzungen zufolge bis zu einer Million ihrer 4.5 Millionen Einwohner als Gastarbeiter im Ausland. Da vor allem junge Menschen emigrieren, fehlen der Wirtschaft künftig ganze Generationen, das Sozialsystem droht daher aus den Fugen zu geraten. Die Geldüberweisungen dieser Menschen in ihre Heimat sind aber wieder die wichtigste Finanzierungsquelle der Volkswirtschaft. Ohne sie wäre die Wirtschaft längst in einer Rezession. Laut Presseberichten ist die Republik Moldova mit einem Durchschnitts - Pro- Kopf - Einkommen von rund 2000 Dollar im Jahr (125 Euro Monatsverdienst) der ärmste Staat Europas.
Vor 10 Jahren waren die Vorbereitungen für Hilfstransporte in dieses Land noch viel leichter. Damals genügte eine Ladeliste auf deutsch, jetzt müssen Schenkungsurkunde, Hygienezeugnis, die genaue Auflistung der Waren, die Herkunft der Güter, die exakte Ladeliste, alles auf rumänisch, besser sogar auf russisch, sein. Es genügt nicht zu schreiben: " ein Karton mit Blei-, Bunt- und Filzstiften" . Es muss alles genau abgezählt und angegeben sein, die Anzahl der Stifte, der Hefte, der Schreibblocks, der Mullbinden und sogar der Zahnpasten..... Und die Einfuhr jedes Kartons muss von der kommunistischen Regierung bewilligt werden, danach gibt es vom künftigen Empfänger eine " Geschenkannahme" , die ich zusätzlich für den Grenzübertritt benötige. Sonst könnte ja ein Jeder kommen und Rollstühle und Brustprothesen bringen - ohne Kontrolle.....
Die Hauptstadt Chisinau liegt nur 25 km von dem separatistischen
Schmugglerparadies Transnistrien entfernt, einem Land, das es offiziell
gar nicht gibt und in dem Moskau mit seinen 5000 Soldaten der 14.
russischen Armee nach wie vor seine militärische
Präsenz in der Moldova festlegt.
Ein Mann hat Lungenkrebs, seine Frau hat Tuberkulose und von einem frostigen Winter gefrorene Füße, das selbst mit Steinen gemauerte Häuschen hat statt der Fensterrahmen Holzstangen, auf die Plastikfolien genagelt sind. Vor dem Haus stehen zwei zerschlissene, rostige Sitze von einem alten Autobus, es gibt keine Küche, gerade wird geschenktes Schweinefett in einem Kessel ausgelassen und in Gläser abgefüllt. Wasser gibt es nur von einer nahe gelegenen Quelle, Pension gibt es für beide keine, sie leben von Spenden........
Ein ca. 10-jähriger Bub läuft uns nach, er will uns selbstbearbeitete Steine verkaufen: "pentru ce?" - warum? "pentru piine" für Brot zu Hause......mit 15 moldavischen Lei eilte er glücklich den Abhang hinunter.... Ein 82- jähriger ehemaliger Traktorführer kann sich kein Holz für den Winter leisten, ein Kubikmeter kostet 19 Euro, er hat aber nur monatlich 23 Euro Pension...... Eine kleine, leicht behinderte 21-jährige Frau kam uns auf der Straße entgegen, sie strahlte und erzählte von ihrem Glück "endlich zu leben" , jetzt hörte sie das erste mal in ihrem Leben. Die Firma GN Resound hatte mir das letzte Mal neue Hörgeräte zur Verfügung gestellt und wir hatten sie hierher gebracht..... Ebenfalls überglücklich war der alte, bettlägrige Mann mit einem künstlichen Urinausgang über die 100 mitgebrachten Urostomabeuteln. Unterstützt wird auch seit Jahren die Hilfsorganisation "Salvati batrinii" - "Rettet die Alten", die sich aufopfernd um verarmte, alte Menschen auf dem Land kümmert.
Bukarest bietet die rum. Staatsbürgerschaft den Moldaviern an, die nachweisen können, dass ihre Vorfahren vor 1940, als die Moldova noch zu Rumänien gehörte, rumänische Staatsbürger waren. So haben bisher 800.000 Menschen den Antrag auf einen rumänischen Pass gestellt, um so die Eintrittskarte in die EU zu bekommen.
Die Kosten dafür belaufen sich aber auf 300 Euro pro Kopf und die Wartezeit ist ca. 5 Jahre. Durch auch dieses landschaftlich schöne Land, vorbei an blitzblauen Naturseen, an gelb leuchtenden Rapsfeldern, über kleine Landstraßen mit Eselswägelchen, Ochsen und Pferdegespann ging es Richtung Süden zum Grenzübergang Cahul und nach 45 Minuten Aufenthalt waren wir wieder in Rumänien. In der Stadt Galati, mit der größten Schiffswerft und dem wichtigsten Marinestützpunkt des Landes, ging es mit der Fähre wieder über die Donau und nach einigen Stunden Fahrt entlang der wunderschönen Seitenarme dieses Flusses mit den strohgedeckten Häusern und den vielen Wasservögeln kamen wir bei herrlichem Wetter wieder im letzten Lepraspital Europas, in Tichilesti, gelegen am Beginn des Donaudeltas, an.
Vor fast 80 Jahren wurde hier auf den Grundmauern eines verlassenen Klosters ein Krankenhaus für leprakranke Menschen errichtet. Heute leben noch 21 Patienten dort, viele von ihnen sind über 80 Jahre alt und haben ihr ganzes Leben in Tichilesti verbracht. Die meisten Kranken leben hier in einfachsten 10 m2 großen ärmlichen Zimmern, viele sind bettlägrig, Essen gibt es aus Blechgeschirr, willkommen sind unsere mitgebrachten Zigaretten und Süßigkeiten, wie schon bei den letzten Besuchen wurden wir auch diesmal gefragt, ob wir nicht das Wichtigste für sie mithätten: neue Gebisse..... Nach einer Übernachtung im "Tal der Walderdbeeren" (rum. Cilic-Dere) übernachteten wir im gleichnamigen Kloster, welches im späten 18.Jh. durch Mönche vom Berg Athos begründet wurde. Am nächsten Tag ging es wieder über die Donau durch eine wunderschöne Landschaft bei Buzau und Kronstadt bis zur Kulturhauptstadt Europas 2007 - SIBIU - Hermannstadt. Nach der letzten Übernachtung in Timisoara, wohin ich vor 19 Jahren meinen ersten Hilfstransport gemacht hatte, kamen wir am 9. Tag dieser Reise nach 3315 km und Gesamtkosten seit der letzten Fahrt von 3578 Euro wohlbehalten wieder in Wien an. Mein DANK gilt den Schwestern in Baia Mare, Roman und Raducaneni und unserem Klaus in der Moldova für Betreuung, Übernachtung und ausgezeichneter Verpflegung.. Einen besonderen Dank der Fam. Ing. Fegerl, die schon seit vielen Jahren die Fotos einscannt, die Briefe formatiert, druckt und den Versand übernimmt. In memoriam Dr. Alois Kreuzer, der mich zweimal auf diesen Hilfsfahrten begleitet und sich als überaus großzügiger Unterstützer von Notfällen aller Art in diesen Ländern erwiesen hat, leider aber am 27.3.2007 plötzlich gestorben ist. Es wurde beim Begräbnis auf Blumen und Kränze zugunsten dieser Organisation verzichtet, um die gespendeten 2142.- Euro werden eine Heizung und Filteranlagen für Brunnen in der Moldova sowie Medikamente für ein krankes Kind in Rumänien besorgt. DANKE für Hilfe von: Unsere speziellen Aktionen sind: Die
Kontonummer unseres Hilfsvereines
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