ZACHERLFABRIK
  
 

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Ein Unternehmen aus Anlaß des Jubiläums „25 Jahre Msgr. Otto Mauer – Preis“

Der Msgr. Otto Mauer – Preis gilt als der bedeutendste ältere Kunstpreis Österreichs für Künstlerinnen und Künstler bis zum Alter von 40 Jahren. Er wird im November 2005 zum 25. Mal verliehen.

In Verbindung mit dem Jubiläum „25 Jahre Msgr. Otto Mauer – Preis“ werden im Frühjahr 2006 vier Träger dieses Preises:
Michael Kienzer,
Brigitte Kowanz,

Tobias Pils,

Esther Stocker

für die große Halle der Zacherlfabrik Arbeiten schaffen, die besonders auf die Situation dieses Ortes eingehen.

Die Zacherlfabrik
in Wien 19, Nußwaldgasse 14:

In dem ab 1888 nach Plänen von Karl Mayreder errichteten Gebäude befand sich ursprünglich eine Insektenpulverfabrik. Verarbeitet wurden die Blätter einer aus Nordpersien eingeführten Pflanze. Die persisches Formengut zitierende Gestaltung zur Nußwaldgasse hin macht diese wirtschaftlichen Beziehungen anschaulich. „Die Fabrikanlage stellt in ihrem Phantasiereichtum ein Unikum in der Wiener Baulandschaft dar.“ (Architektur in Wien 500 Bauten. Hrsg. Stadtplanung Wien MA 18 und MA 19 und Architekturzentrum Wien. Wien 1997, 294). Die Fabrikanlage steht inmitten eines großen Gartens mit altem Baumbestand.

Ursprünglich für wirtschaftliche Zwecke errichtet steht die Halle der Fabrik seit langem leer. Das Zweckfreie dieses Raumes, seine besondere Qualität als Bauwerk und die Lage des Fabriksgebäudes inmitten eines großen Gartens, einer grünen Insel der Stille in dicht verbautem Gebiet, schaffen ideale Bedingungen für eine Wahrnehmung des spirituellen Potentials der für diesen Ort geschaffenen Kunstwerke.

Das spirituelle Potential eines Kunstwerks besteht darin, Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit einer Betrachterin, eines Betrachters zu verfeinern. Es besteht darin, in ihnen ein Bewußtsein der eigenen schöpferischen Fähigkeit wachzurufen, ihnen zu helfen, sich selbst als Gestalter von Welt zu erkennen. Und es besteht darin, sie zu ermutigen, die Welt auf Grund des Erkannten zu gestalten. Das spirituelle Potential bewirkt eine Wandlung der Betrachterin, des Betrachters, die sie zu einer Wandlung der Welt befähigt.

Die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst hängt eng damit zusammen, ob ihr spirituelles Potential wahrgenommen und aktiviert wird.

 


Wie diese Wahrnehmung geschehen kann und wie sie für die Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft und Religion fruchtbar gemacht werden kann, wird Inhalt von Gesprächen und eines Symposions sein.

Die Nutzung gegenwärtig leer stehender Gebäudeteile der Zacherlfabrik für die Präsentation von Kunstwerken, für Gespräche und Symposien ist getragen von enger Zusammenarbeit des Eigentümers mit den Künstlerinnen und Künstlern und verantwortlichen Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Religion. Sie ist nicht von kommerziellen Interessen geleitet.

Das Unternehmen ist von Anfang an offen für einen interreligiösen und interkulturellen Dialog. Es wird besonders Rücksicht nehmen auf die soziale Situation von Personen, die „am Rand der Gesellschaft“ stehen.

An dem Unternehmen sind zur Zeit beteiligt:

Michael Kienzer (Künstler)
Brigitte Kowanz (Künstlerin)
Tobias Pils (Künstler)
P. Gustav Schörghofer SJ (Jesuiten Wien 1)
Esther Stocker (Künstlerin)
DI Maria Veronika Zacherl
Arch. DI Peter Zacherl (Eigentümer)
Otto Mauer – Fonds

Die Präsentation der Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler wird im Zeitraum

Mai bis August 2006

öffentlich zugänglich sein. In diesem Zeitraum werden auch Vorträge, Gespräche und ein Symposion des Forum St. Stephan über „Erschließung von Wirklichkeit durch Wissenschaft und Kunst“ stattfinden.

Die Finanzierung erfolgt durch Beiträge des Eigentümers der Zacherlfabrik (Adaptierung der Halle), privater Förderer, des Otto Mauer – Fonds, des Kunstfonds der Jesuiten in Österreich und durch Förderungen aus dem Bereich der Wirtschaft.

Gustav Schörghofer SJ
November 2005

Das Unternehmen wird im Juni 2007 fortgesetzt mit Bernhard Fruehwirth und
Lois Renner

 
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